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Forschungsmanagement (FOMA)

 


Fortsetzung Interview mit Frau Professor Dr. med. Volk-Zeiher

Ein weiteres Ziel ist es, die NachwuchswissenschaftlerInnen ganz besonders in der Breite zu fördern, um sie darauf aufbauend für Exzellenzprogramme (z.B. SFB, Forschergruppen) zu qualifizieren. Besonderen Wert lege ich darauf, sie vor allem auch auf dem Weg ihrer ganz persönlichen wissenschaftlichen Laufbahn fit zu machen und durch eine ganz gezielte Beratung ihre persönlichen Fähigkeiten und ihr Potential auszuloten und entsprechend zu positionieren. Dabei helfe ich Ihnen auch, Klippen auf ihrem Karriereweg strategisch möglichst klug zu umschiffen.

Inzwischen ist mir das durch Beratung und Teaching von Erstantragstellern im Normalverfahren der DFG zu einem guten Teil gelungen, wie sich in der Zunahme der Annahmerate von DFG-Anträgen zeigt. Darüber hinaus möchte ich aber noch mehr die außerordentlich umfangreichen Erfahrungen, die ich gemacht habe, einbringen und mit klaren Gestaltungskonzepten bei der Entwicklung der Fakultät mitwirken.

 

Was bietet nach Ihrer Auffassung in diesem Spannungsfeld Orientierung?


Für mich ist mehr denn je die wissenschaftliche Qualität ausschlaggebend; bei welcher Entscheidungsfindung auch immer. In der Forschung gibt es drei Kriterien für Exzellenz und die lauten: 1. Qualität 2. Qualität und 3. Qualität. Klingt eintönig und dieses Credo hat mir bereits einigen Unmut eingebracht, aber es ist meiner Auffassung nach nun einmal uneingeschränkt zutreffend. Wie lässt sich Qualität identifizieren und verifizieren? Schließlich muss die Wertung nachvollziehbar sein. Dafür setze ich u.a. auf intersubjektiv nachprüfbare Parameter, wie die Publikationsleistung, spezifiziert durch die Impactfaktoren oder Zitationsraten und neuerdings auch den Hirsch-Index oder renommierte Forschungspreise (wie z. B. Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis). Leider treffen die Indikatoren nicht immer zu 100% zu, so dass man sehr genau recherchieren muss.

 

In allen Gremien gilt es, die Qualität der Forschung als wichtig und mit höchster Priorität zu verteidigen und die Forschungsförderprogramme der internen Forschungsförderung durch die Fakultät (FOKO) darauf abzustimmen, damit größere Forschungsverbünde auf dem Boden einer exzellenten Wissenschaft organisiert werden können. Auch hier müssen die Wissenschaftler zunächst identifiziert werden, die auf ähnlichem Gebiet und auf vergleichbar hohem Niveau zusammenarbeiten könnten. Dies ganz besonders, wenn es um abteilungs- oder fakultätsübergreifende Verbünde geht, wie es eigentlich in SFBs erforderlich ist. Und die, d. h. nur die exzellenten Forscher, muss man dann gemeinsam ins Boot bekommen.

 

Was hat sich in den letzten sieben Jahren aus Ihrer Sicht an der Medizinischen Fakultät geändert?
 

Das Bewusstsein bei vielen! Reformen finden zunächst einmal in den Köpfen statt! Dass Drittmitteleinwerbung, Nachwuchsförderung, Gleichstellung der Frauen und die Vernetzung der grundlagen- und patientenorientierten Forschung im nationalen und internationalen Wettbewerb nur auf dem Boden höchster Qualität erfolgreich sein können. In meiner Tätigkeit als Forschungsdirektorin fand ich die Empfehlungen des Wissenschaftsrates zu verschiedenen Themen der Hochschulmedizin der Zukunft oder die Hinweise der DFG zur strukturierten Nachwuchsförderung, auf die ich mich berufen konnte und immer wieder daran erinnern konnte, stets hilfreich.

Manchmal muss ich ein bisschen schmunzeln, wenn ich sehe, wie viele Kriterien, z. B: zur Schwerpunktbildung in der Forschung oder mittel- und langfristigen strukturellen Planungen, wie z.B. Etablierung von Forschungsprofessuren in klinischen Einrichtungen, oder die Anforderungen an die Einrichtung von Sonderforschungsbereichen inzwischen breite Akzeptanz finden, während ich früher mit diesen Forderungen gegen die eine oder andere Wand gelaufen bin und zwar recht kräftig.

 

Dies alles ist inzwischen weitgehend akzeptiert, denn der Erfolg spricht bekanntlich für sich. Wir haben die Drittmittel aktuell auf über 44 Millionen Euro gesteigert, bei gleichem Personalstand und gehören in der externen LOM erstmals zu den Gewinnern im Landesvergleich Baden-Württemberg. Es hat sich für mich gezeigt, dass sich der eingeschlagene Weg lohnt.

Die Universitäten und speziell die Medizinischen Fakultäten werden nach meiner Überzeugung nur dann im internationalen Wettbewerb eine Chance haben, wenn ein professionelles Wissenschaftsmanagement auch auf der Ebene der Zentralverwaltungen etabliert wird, eben an den bekannten Schnittstellen. Dabei gilt es den Wissenschaftlern einen Großteil der zunehmenden Bürokratie zu ersparen und Anreize zu setzen, interdisziplinär erfolgreich sein zu können.

 

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