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Über vier Millionen Euro der Medizininformatik-Initiative des Bundes gehen nach Freiburg

Im Rahmen des MIRACUM-Konsortiums erhält das Universitätsklinikum Freiburg gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg 4,4 Millionen Euro der Fördergelder.

Das MIRACUM-Konsortium (Medical Informatics in Research and Care in University Medicine) wird im Rahmen der Medizininformatik-Initiative (MI-I) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ab 2018 mit 32,1 Millionen Euro gefördert. Hinter MIRACUM stehen acht Universitäten mit Universitätsklinika, zwei Hochschulen und ein Industriepartner. Ziel ist es, die derzeit sehr unterschiedlichen Dateninseln aus Krankenversorgung und Forschung in Datenintegrationszentren zusammenzuführen, um die Daten mit Hilfe von innovativen IT-Lösungen für Forschungsprojekte und konkrete Therapieentscheidungen zentral nutzen zu können. Im Rahmen des MIRACUM-Konsortiums erhält das Universitätsklinikum Freiburg gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg 4,4 Millionen Euro der Fördergelder.  

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stellt mit seiner Medizininformatik-Initiative die Weichen für eine wirkungsvolle digitale Medizin, die beim Patienten ankommt. Ziel ist es, die wachsenden Datenschätze – von Röntgenbildern bis hin zu Erbgut-Analysen – in einer nationalen Infrastruktur zu verknüpfen, um daraus neues Wissen für eine bessere Gesundheitsforschung und Versorgung zu gewinnen.  

Beraten von einem international hochkarätig besetzten Expertenkreis hat das BMBF jetzt entschieden, vier Konsortien, bestehend aus 17 Universitätsklinika und rund 40 weiteren Partnern, in die vierjährige Aufbau- und Vernetzungsphase der Medizininformatik-Initiative aufzunehmen. Hierfür stellt das BMBF rund 120 Millionen Euro in den nächsten vier Jahren zur Verfügung.  

Vorhaben des MIRACUM-Konsortiums  

Ob bildgebende Diagnosen, genetische und molekulare Untersuchungen, alle diese Informationen möchte MIRACUM verknüpfen, um beispielsweise Hirntumore künftig wirkungsvoller behandeln zu können. Durch die geplante Datenanalyse können Patientinnen und Patienten mit verbesserter Trennschärfe verschiedenen Subgruppen zugeordnet und dadurch gezielter therapiert werden. Die Behandlung von Krebserkrankungen erfordert die Zusammenarbeit von Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen. Sie benötigen in Tumorkonferenzen und in ihrer täglichen Arbeit alle verfügbaren Informationen ihrer Patienten: vollständig und auf einen Blick. MIRACUM wird den Nutzen vernetzter Daten und guter visueller Aufarbeitung auch in diesem Umfeld demonstrieren. Außerdem wird das Konsortium Datenabfragen für die Rekrutierung von Patienten für klinische Studien erleichtern.  

Die Förderung soll in Freiburg beim Aufbau des Datenintegrationszentrums helfen. Darüber hinaus ist die Konzeption und Entwicklung innovativer IT-Lösungen für eine standortübergreifende Datennutzung innerhalb des MIRACUM-Konsortiums geplant.  

„Wir freuen uns sehr, in dieses große Konsortium unsere Expertise einbringen zu können“, so PD Dr. Martin Boeker, Leiter der Arbeitsgruppe Medizinische Informatik an der Medizinischen Fakultät Freiburg. „Unsere Schwerpunkte liegen in den Bereichen maschinelles Lernen und statistische Methoden, molekulare Tumorboards und Systemmedizin sowie der inhaltlichen Erschließung medizinischer Daten zum einfacheren Zugriff darauf.“  

„Die intelligente Verknüpfung der großen Datenmengen eröffnet neue Möglichkeiten für die biomedizinische Forschung aber auch für die Patientenversorgung“, sagt Prof. Dr. Kerstin Krieglstein, Dekanin der Medizinischen Fakultät Freiburg. „Gelingen wird das Projekt, wenn wir weiterhin fächer- und standortübergreifend gemeinsam arbeiten“. Innerhalb der Freiburger Universität ist die Bioinformatik der Technischen Fakultät an dem Projekt beteiligt.